Kunssttoffverbundmantelrohre

Hersteller Handelsname Nennweite Besonderheiten
ABB Ferwärmerohre DN 20-600
AQUATEC Ecotwin DN 25-150
BRUGG Premant DN 20-600
ISOPLUS Fernleitungsrohr DN 20-600
LØGSTØR RØR - PAN - ISOVIT Verbundsystem DN 15-800
STAR PIPE Star Pipe DN 20-600
TARCO Tarco - Standardsystem DN 20-1000

Kunststoffverbundmantelrohre (KMR) bestehen aus einem Stahlmediumrohr, das mit der Dämmschicht aus Polyurethan (PUR) und dem Mantel aus Polyethylen (PE) kraftschlüssig verbunden ist, so dass die Wärmedehnung auf das Gesamtrohrsystem übertragen wird. Die maximale Dauerbelastung bei einer Lebensdauer von 30 Jahren beträgt 140 °C und 16 bar (Sonderausführung 25 bar) . Die Verbindung der einzelnen Rohrstangen werden geschweißt; für die Verbindung der Mantelrohre stehen spezielle Muffenverbindungen zur Verfügung. Der Anschluß von Hauanschlußleitungen (HAL) erfolgt entweder durch eingeschweißte T-Stücke oder mittels Anbohrtechnik, die auch einen Anschluß während des Betriebs ermöglicht. Bei kompliziertem Trassenverlauf (viele Versprünge) werden viele erdverlegte Verbindungen und Formstücke benötigt, die die Verlegung verteuern. Da die Materialkosten jedoch niedrig sind und das KMR eine hohe Betriebssicherheit aufweist, hat es sich als Standardsystem durchgesetzt. Die Verlegung der KMR erfolgt je nach Anforderungsprofil mit Kompensation, mit Vorwärmung, mit Einmalkompensatoren, mit Dauerkompensatoren (beim System 4 sind die Kompensatoren fest in das Rohr eingeschäumt) und zunehmend auch als Kaltverlegung.

Verlegeverfahren Vorteile Nachteile
Kaltverlegung Einfache Verlegung
Keine Kosten für Vorheizung
oder Dehnungsaufnehmer
Lange Haftbereiche
Hohe axiale Spannung
Starke erste Dehnung
Nicht für hohe Temperaturen
bei grossen Nennweiten geeignet
Vorsicht bei Parrallelaufgrabung ->
Ausknick-/Aufbäumgefahr
Verlegung mit Vorwärmung Reduzierte axiale Spannung
im Haftbereich
Einfache Verlegung
Keine Kosten für Dehnungsaufnehmer
Lange Haftbereiche
Verfüllung des Grabens erst nach Vorwärmung
Verlegung mit Einmal-Kompensatoren Reduzierte axiale Spannung
Einfache Verlegung
Der Graben kann zum Teil direkt
verfüllt werden
Lange Haftbereiche
Zusätzliche Kosten für Kompensatoren
Verlegung mit Kompensation Reduzierte axiale Spannung Zusätzliche Kosten für Dehnungsaufnehmer
Verlegung mit System 4 Reduzierte axiale Spannung
Einfache Verlegung
Kerine Haftbereiche
Zusätzliche Kosten für
System 4 Rohrleitungen

Ziel aller Verlegemethoden ist es, die Wärmedehnung der Stahlleitungen aufzunehmen bzw. die maximal zulässige axiale Druckspannung im Stahlrohr nicht zu überschreiten. Welches dieser Verfahren im Einzelfall geeignet ist, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden, sondern muss im Zusammenhang mit der Auslegung bzw. Trassierung und Berechnung der Rohrnetzstatik erfolgen. Da diese Berechnungen aufwendig sind, muss von erhöhten Kosten bei der Planung ausgegangen werden. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung und der geringen Materialkosten für Formstücke/Rohre ist das KMR das meistverlegte Rohrsystem und bei größeren Nennweiten (>DN 100) und höheren Temperaturen (bis 140 °C) praktisch konkurrenzlos. Eine Vereinfachung der Rohrnetzstatik-Planung ist durch das AGFW-Arbeitsblatt FW401 zu erwarten, das die korrekte Auslegung mittels Diagrammen ermöglicht und den detaillierten rechnerischen Nachweis auf wenige Spezialfälle reduziert. Zugleich wird die Kaltverlegung der Rohrleitungen bis DN 400 statisch zugelassen.